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Dienstag, 26. September 2017

Caspar Hennenberger

Pfarrer und Kartograph

Von 1554 bis 1589 wirkte der Pfarrer Caspar Hennenberger aus Ehrlich im Vogtland an der Kirche. Er war der erste Kartograph des gesamten Preußenlands, d. h. sowohl des „herzoglichen“ als auch des „königlichen“ (unter der Krone Polens stehenden) Landesteils. Zu der Zeit wurde in den Niederlanden damit begonnen, die großen internationalen Atlanten zu drucken. Hennenberger fing schon zu Anfang seiner Pfarrtätigkeit mit der Sammlung  kartographischen Materials über Preußen an. Als in der 1570 in Antwerpen erschienenen Ausgabe des „Theatrum Orbis Terrarum“ von Abraham Ortelius eine verkleinerte Preußen-Karte des Königsberger Bibliothekars Heinrich Zell enthalten war, rief das Hennenbergers Kritik hervor. Mit finanzieller Unterstützung des Landesherrn (Herzog Albrecht Friedrich) ging er nun an eine systematische Erfassung des Landes, wobei er im „königlichen“ Preußen mit einer gewissen Heimlichkeit vorgehen musste. 1576 legte er seine erste große Preußenkarte im Maßstab 1:370.000 (96 x 106 cm) vor, 1584 folgte eine handlichere Fassung als kolorierter Holzschnitt im Maßstab 1 : 750.000 (44 x 57 cm), die im „Addimentum III“ des Orteliusschen Atlanten veröffentlicht wurde. Sie ist unten wiedergegeben. 1595 schließlich erschien seine zweite Ausgabe der großen Preußenkarte mit einem umfangreichen historisch-geografischen Erläuterungsband. (Jähnig in: Kirche im Dorf, S. 244)

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