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Dienstag, 25. April 2017

Wegbereiter der Reformation

Das Patronat über die Kirche hatte damit begonnen, dass der Landesherr, der Deutsche Orden, nach dem Aufstand der Stände seine Söldner nicht mehr bezahlen konnte und diese daher mit der Abtretung von Zinsforderungen an Dörfer entschädigte. Siehe "Das Dorf""Bauerndorf mit Bezirksamt". Schon der erste Patron, Daniel von Kunheim, hatte sich um die Kirche bemüht, indem er sie zu einem Wallfahrtsort gemacht und dadurch die Mittel zu ihrer Erhaltung beschafft hatte. Höhepunkt der Geschichte der Kirchenpatrone war jedoch die Reformationszeit:

Georg von Kunheim „der Ältere“ (1480 – 1543), Sohn des Daniel, hatte ein enges Verhältnis zum Hochmeister des Ordens, Albrecht von Brandenburg-Ansbach (1490 – 1568; Hochmeister 1511 – 1525, danach Herzog). Albrecht ernannte ihn zum Amtshauptmann von Tapiau und beauftragte ihn mit wichtigen politischen Gesandtschaften. Als politischer Berater des damals noch jungen Hochmeisters bzw. Landesfürsten trug Georg wesentlich dazu bei, dass der Hochmeister und fast geschlossen sämtliche Amtsträger des Deutschen Ordens in Preußen zum evangelischen Glauben übertraten. Preußen war damit das erste Territorium, in dem die Reformation flächendeckend Einzug hielt. Dieser Schritt betraf nicht nur die Religion, sondern war auch eine tief greifende politische Veränderung, die sorgfältig nach allen Seiten, insbesondere gegenüber Polen/Litauen abgesichert wurde. Georg selbst war ein großer Verehrer Luthers. Schon früh nahm er die evangelische Lehre an und ließ den Gottesdienst in Mühlhausen nach Luthers Vorschrift gestalten.

1541 erkrankte Georg von Kunheim d. Ä. schwer. Auf die persönliche Bitte des Herzogs kam der als Astronom, aber auch als Arzt berühmte Nikolaus Kopernikus, Domherr von Frauenburg, nach Königsberg, um Georg zu behandeln. Er konnte die Krankheit wesentlich lindern, jedoch nicht heilen.

Als Georg von Kunheim d. Ä. zwei Jahre später starb, nahm Herzog Albrecht persönlich an der Beisetzung in Mühlhausen teil. Er sah dort den jüngsten Sohn und Nachfolger seines Freundes, den elfjährigen Georg, am Grab seines Vaters bitterlich weinen und Tröstete ihn: „Weine nicht, mein Georgi, ich will Dein Vater sein.“

Der Herzog nahm den verwaisten Knaben (Georg von Kunheim der Jüngere, 1532 – 1611) nach Königsberg, ließ ihn dort die höhere Schule besuchen … (Fortsetzung im nächsten Kapitel "Margarete von Kunheim, geb. Luther")

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