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Donnerstag, 23. März 2017
Giebelständerhaus
Dorfplan Mühlhausen Ost
Dorfplan Mühlhausen West
Gasthaus Weisssemmel
Gastwirtschaft Schröder
Paul von Hindenburg besucht die Kirche
Hof Albert Hamann, Roggenernte
Konfirmanden
Mühle mit Beisleide
Postgebäude des Dorfes

Bauerndorf mit Bezirksamt - bis 1945

Durch Mühlhausen fließt die Beisleide, die bei Beisleiden im Süden entspringt und in Groß Lauth in den Frisching mündet, der sich wiederum sich bei Brandenburg ins Frische Haff ergießt. Die Beisleide hinterließ aus der Eiszeit ein Urstromtal, in dem sich das Dorf „versteckt“. Aus der Ferne ist nur der Kirchturm zu sehen. Er war dementsprechend als Aussichtsturm beliebt.

Die Gründer des Dorfs stauten den Fluss für den Betrieb einer Mühle auf. 1372 werden Dorf und Mühle erstmals urkundlich erwähnt. 1414 wird Mühlhausen unter den „kleinen Städten“ Natangens mit Landsberg, Zinten und Kreuzburg zusammen aufgeführt. 1437 heißt es über das Dorf:

Mühlhausen hat 45 Zinshufen, jede zinst ½ Mark und vier Hühner, auch zinst es1 Mark 9 Schilling für 6 Hufen und 9 Morgen Land zugekauft. Auch geben sie 162 ½ Scheffel Pflughafer und der Schulze 1 Scheffel Roggen. Item der Bäcker zinst ½ Mark. Da sind drei Kretschmer, die zinsen 12 ½ Mark und 1 Schock Hühner. Die Mühle zinst 11 Mark und 2 fette Schweine oder 1 Mark für die Schweine.“

Der Poleneinfall 1414 schadete dem Dorf schwer. Auch der „13-jährige Krieg“ des Preußischen Bundes gegen den Landesherrn, den Deutschen Orden, brachte Not und Elend über das Dorf. Nach diesem Krieg verpfändete der in Finanznot geratene Deutsche Orden zahlreiche Güter und bis dahin freie Dörfer an seine Söldnerführer mit der Folge, dass die Zinsen nunmehr an diese zu leisten waren. So gelangte Mühlhausen 1468 zunächst als Pfand und 1474 als fester Besitz an den Ritter Daniel von Kunheim aus Lothringen. Kunheim erhielt gleichzeitig u. a. das benachbarte Gut Knauten, mit dem fortan das Patronat über die Kirche Mühlhausen verbunden war. Siehe "Die Kirche", "Der Kirchenpatrone" und "Die Pfarrer".

In der Folgezeit teilte das Dorf das Schicksal des Ordensstaats, des „herzoglichen Preußen“ und dann der Provinz Ostpreußen des Königreichs, später deutschen Bundesstaats, Preußen. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs zählte es etwa 700 Einwohner, die zumeist von der Landwirtschaft lebten, denn der Boden ringsum war schwer und fruchtbar. Es war ein großes Kirchdorf mit Schule, Mühle, Molkerei, zwei Gasthöfen, Läden und Handwerkern. Mühlhausen war Zentrum der gleichnamigen Gemeinde und eines Amtsbezirks (mit Standesamt), der auch die Gemeinde Vierzighuben umfasste.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs floh ein Teil der Einwohner vor der Front nach Westen. Wer zurückblieb und überlebte, wurde spätestens 1948 in die damalige sowjetisch besetzt Zone Deutschlands abgeschoben. Allen blieb seither die Rückkehr verwehrt. 

Obmann für den Amtsbezirk Mühlhausen im Rahmen der Kreisgemeinschaft Preußisch Eylau ist Hans Godau, Glogauer Str. 3, 21337 Lüneburg, Tel. 04131-56714. 

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