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Dienstag, 25. April 2017

Prußen und Deutsche

Das Dorf Mühlhausen wurde um 1350 als deutsche Siedlung inmitten eines von Prußen bewohnten Gebiets gegründet. Der Ort gehörte zu dem bereits um 1325 eingerichteten Kammeramt Knauten in der Komturei Brandenburg (am Frischen Haff). Es ist denkbar, dass Siedler der zweiten Welle aus dem schon 50 Jahre früher gegründeten Städtchen Mühlhausen im Oberland kamen und diesem neuen Ort den Namen „Molhusen“ gaben. Die Gründungsurkunde ist im Gegensatz zu den meisten ostpreußischen Städten und Dörfern  leider nicht mehr vorhanden.

Dass in den ringsum liegenden Dörfern und Weilern Prußen wohnten, kann man noch heute an den Ortsnamen erkennen: Schrombehnen, Lewitten, Bönkeim, Romitten, Knauten, Perkuiken, Wogau, Posmahlen. Die Ureinwohner Preußens, die gemeinsam mit den Letten, Kuren und Litauern den baltischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie bildeten, verwendeten ihre Sprache noch bis ins 16. Jahrhundert. Dann ging diese im Deutschen auf. Da die Prußen keine Schriftsprache besaßen, gibt es aus der Vorzeit keine und seit der Christianisierung nur sehr wenige sprachliche Zeugnisse. Aus der Reformationszeit ist noch ein Katechismus in prußischer Sprache überliefert. Zahlreiche ostpreußische Familiennamen sind prußischen Ursprungs und damit lebende Sprachzeugnisse dieses Teils unserer Vorfahren. Natangen war nach dem Samland die am dichtesten mit Prußen bewohnte Region des Preußenlands.

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