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Sonntag, 19. November 2017

Das Gebäude

Vermutlich wurde mit dem Bau der Kirche um das Jahr 1350, nach der Gründung des Dorfs, begonnen. Das Gebäude besteht aus einem dreiachsigen Langhaus mit eingezogenem, zweiachsigem rechteckig geschlossenem Chor sowie an der Nordseite aus Sakristei und Vorhalle, alles aus unbehauenen lagerechten Feldsteinen errichtet. Um 1500 kam der dreigeschossige quadratische Westturm aus unverputztem Ziegelmauerwerk hinzu. Die Satteldächer sind mit Biberschwänzen gedeckt. Langhaus und Chor werden durch Strebepfeiler gestützt, die an den jeweiligen Außenecken diagonal angesetzt sind.

Der Turm sowie der ebenfalls aus Ziegeln gestaltete obere Teil des Ostgiebels zeigen die für Kirchbauten aus der Ordenszeit in Preußen typische feine Gliederung. Siehe hierzu von Lorck, S. 7 f, 21 ff, der eingehend darlegt, wie sich durch die intensive Bautätigkeit zwischen 1300 und 1500 im damaligen Preußenland ein bodenständiger hochentwickelter Baustil herausgebildet hat – zu den vorhandenen Städten wurden 93 neue gegründet und zu den bereits existierenden Dörfern etwa 1.000 neue rechts und 400 links der Weichsel, abgesehen vom Bau der ca. 150 Burgen. Es handelt sich hier also um eine typische „Ordenskirche“, wenngleich vermutlich nicht der Deutsche Orden, sondern wie allgemein üblich die neuen Siedler die Bauherren waren (s. Herrmann, Wer baute und finanzierte die ländlichen Pfarrkirchen im mittelalterlichen Preußen? in: Kirche im Dorf).

Die Blenden des Chorgiebels sind von bündigen Pfeilern begrenzt. Der Turm hat, parallel zum Langhaus, ebenfalls ein Satteldach mit Treppengiebeln, die je 5 spitzbogige Blenden, Übereckpfeiler und Windlöcher aufweisen.

Die Sakristei wurde im Jahr 1623 erneuert, gleichzeitig kam die Eingangshalle hinzu. Beide erhielten Giebel im Renaissance-Stil. Ebenfalls im 17. Jahrhundert wurden die Seitenfenster von Langhaus und Chor vergrößert. Die Fensterdurchbrüche am Ostgiebel erfolgten 1906.

Im Innern werden Langhaus und Chor durch vom Dachstuhl abgehängte Holztonnendecken geschlossen. Die beiden Teile der Halle verbindet ein Triumphbogen sowie der Triumphbalken, der die Inschrift trägt: “Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“. Die Vorhalle hat ebenfalls eine Holztonne, während die Sakristei mit einem Steingewölbe abschließt.

Das Langhaus misst ca. 16 x 11 m, der ca. 9,50 m im Quadrat. Der First des Langhauses hat eine Höhe von 14 m. Er wird von dem auffallend hohen Turm mit seinen 27 Metern (Spitzen der Pfeiler) um 13 m überragt. 

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