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Dienstag, 25. Juli 2017
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Die Restauration

Als sich das Königsberger Gebiet zu Beginn der 90er Jahre öffnete, war die Kirche Mühlhausen im Vergleich zu vielen anderen ehemaligen Gotteshäusern in der Region noch relativ gut erhalten (>>> Zweckentfremdung). Die ersten Besucher erkannten, dass der Verfall noch aufzuhalten war, wenn sofort gehandelt wurde.1993 übertrug die Gebietsverwaltung die als Baudenkmal eingestufte Kirche der „Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten“ (ELKRAS, siehe www.propstei-kaliningrad.info). Da somit eine anerkannte Institution als Nutzerin vorhanden war, konnte die Instandsetzung und ihre Finanzierung in rechtlich geordneten Bahnen beginnen. Somit war es auch der Bundesregierung, zunächst dem Bundesminister des Innern, sodann dem Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien (BKM) möglich, die Instandsetzung zu fördern, zumal seit sich 1999 am Ort eine evangeliisch-lutherische Gemeinde gründete.

  

Der Anfang: Reparatur des Turmdachs

So ergriff die Kreisgemeinschaft Preußisch Eylau (der Zusammenschluss der früheren Kreiseinwohner und ihrer Nachkommen  >>> www.preussisch-eylau.de ) die Initiative und führte 1993/94 dank einer Zuwendung des Bonner Innenministeriums die zunächst dringendste Reparatur, und zwar am Turmdach, durch. Das Königsberger Architektenbüro „Altstadt“ (Inhaber Igor Schelepow) reparierte den Dachstuhl und erneuerte die Eindeckung, die jahrelang große offene Stellen gezeigt hatte. Der Turm hatte für die Sowchose keinen Nutzen und war daher vernachlässigt worden. Schelepow stellte auch die abgebrochenen Giebelpfeiler am Turmdach wieder her und besserte das Mauerwerk des Turms in Bodennähe, die Wände der Vorhalle und das an den Turm anschließende Mauerwerk auf der Südwestecke des Langhauses aus.

 

Organisation der Instandsetzung

Das war erst der Anfang. Für die gesamte Sanierung zeichnete sich ein weit größerer Mittelbedarf und ein Zeitbedarf von mehreren Jahren ab. Hierfür musste eine gesonderte juristische Person in Form eines eingetragenen Vereins geschaffen werden. So gründeten im Jahr 1994 einige Mitglieder der Kreisgemeinschaft, darunter mehrere Mühlhausener, den „Förderkreis Kirche Mühlhausen Kreis Preußisch Eylau e. V.“ (>>> Der Förderkreis). Seither sind die Rollen der beteiligten Institutionen wie folgt verteilt: Der Förderkreis wirbt um öffentliche Zuwendungen und um private Spenden. Er leitet die Mittel  zweckgebunden und unter den gleichen Auflagen an die Propstei als die Bauherrin weiter. Diese erteilt und überwacht die entsprechenden Aufträge an Architekten, Bauunternehmer, Handwerker bzw. Lieferanten. Propstei und Förderkreis stimmen die einzelnen Maßnahmen zuvor ab. Kleinere, überschaubare Maßnahmen werden aus den Spendenmitteln finanziert, während umfangreichere Projekte nur aus öffentlichen Mitteln bestritten werden können.

 

Fachliche Begleitung

Die fachliche Begleitung hinsichtlich der Baudenkmalpflege lag in den Jahren 1995 bis 1997 beim Deutschen Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege, Fulda. Diese Institution existiert nicht mehr. Seit 2010 werden Förderkreis und Propstei hinsichtlich des Denkmalschutzes im Einvernehmen mit dem BKM  von Herrn Dr. Dr. h. c. mult. Christoph Machat (International Committee on Monuments and Sites - ICOMOS) beraten.

 

Rettung von Langhaus, Chor und Anbauten vor dem weiteren Verfall

Es galt nun, vorrangig die Dächer von Langhaus, Chor, Vorhalle und Sakristei zu sanieren, um das Bauwerk vor Niederschlagswasser zu schützen und vor allem auch die Holztonnendecken von Chor und Langhaus mit den Malereien zu retten, dem einzig noch verbliebenen Rest der historischen Innenausstattung (>>> Reiche Ausstattung). Die Tonnendecken hängen von den Dachstühlen ab und wären mit deren kompletter Erneuerung verloren gegangen. Im Ergebnis konnte der schon beginnende Verfall der Dachstühle aufgehalten werden, ohne dass sie ganz ersetzt werden mussten. Es war auch höchste Zeit. Die Mauerkronen hatten sich schon stark aufgelöst, die Füße der Dachsparren waren großenteils verrottet, und die Dächer an den Rändern ausgefasert.

Diese Arbeiten standen unter der fachlichen Leitung des „Deutschen Zentrums für Handwerk und Denkmalpflege“, Fulda. Die Bauausführung war der Firma „Kafedralny Sobor“, Königsberg, Direktor Igor Odinzow, übertragen. Igor Odinzow ist auch als der „Dombaumeister“ von Königsberg bekannt. Die Mittel stammten vor allem von der Bundesregierung (Bundesminister des Innern), eine Beihilfe zur Wiederherstellung der verfallenen Stützpfeiler hatte auch die Landesregierung Schleswig Holsteins gewährt.

Im Zuge der Hauptsanierung in den Jahren 1995 und 1996 wurden folgende Arbeiten ausgeführt:

·               Untersuchungen der Bausubstanz und der Gründung.

·               Aufmauerung von fünf defekten Stützpfeilern.

·               Öffnung, Verglasung und Vergitterung der bis dahin zugemauerten Fenster.

·               Ausbau und Schließung der Toreinfahrt auf der Südseite.

·               Reparatur, dazu teilweise Aufmauerung, der Mauerkronen.

·               Öffnung der Dächer, zwischenzeitlicher Schutz der Holztonnen durch Folien, Reparatur der Dachstühle durch Auswechslung schadhafter Teile, Neueindeckung der Dächer, nunmehr mit Holzschalung, darauf doppelter Dachpappe und Konterlattung.

·               Dachziegel: Das Dach war 1907 teilweise neu gedeckt worden. Von diesen Ziegeln war nur noch ein Teil verwendbar, der gerade für die Eingangshalle und die Südseite des Chors reichte. Da im Königsberger Gebiet keine Dachziegel hergestellt werden und eine Einfuhr aus Kostengründen nicht in Frage kam, wurden die fehlenden Biberschwänze von alten Abriss- und noch genutzten Wirtschaftsgebäuden – im Austausch gegen Eternit-Dächer – beschafft. Sämtliche Ziegel mussten einzeln gereinigt werden.

·               Abtragen mehrerer Asphaltschichten - bis zu insgesamt 50 cm - vom Fußboden der Kirche, Ausräumen und Übermauern des Heizungskanals, Verlegen eines neuen Ziegelfußbodens.

·               In der Sakristei Sanierung des (steinernen) Gewölbes und des Fussbodens, da sich hier Feuchtigkeitsprobleme gezeigt hatten.

·               Einsetzung von Türen, Montage eines Blitzableiters, Anlage eines Traufpflasters rund um die Kirche u.a.m.

 

Bei der Einebnung des Bodens vor der Kirche kamen die Gebeine mehrerer Toter zutage, die dort in der unmittelbaren Nachkriegszeit auf einfache Weise bestattet worden waren. Sie wurden in ein gemeinsames Grab auf dem Kirchhof hinter der Kirche umgebettet.

Im Jahr 1997 konnte die Kirche als äußerlich wiederhergestellt gelten. Das Foto auf der Informationsbroschüre über die Kirche, die der Förderkreis  herausgegeben hat, datiert vom Mai 1997.

 

Restauration der Grabplatten

Im Jahr 2000 wurden unter der Leitung des Architekten Jurij Sabuga, Königsberg, die drei noch vorhandenen Grabplatten, die sämtlich zerbrochen waren (>>> Reiche Ausstattung), zusammengesetzt und an den Wänden aufgestellt. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden, vor allem von Nachkommen der alten Patronatsfamilien, aber auch von zahlreichen Einzelspendern.

 

Gestaltung des Kirchhofs

Durch eine im Jahr 2001 gewährte Zuwendung der Ostpreußischen Landgesellschaft, verbunden mit einer ansehnlichen finanziellen Beteiligung der Propstei sowie letztlich mit Spendenmitteln des Förderkreises konnte der Kirchhof im Lauf der folgenden Jahre wieder eingefriedet und eingeebnet sowie im Jahr 2009 endlich der lange geplante Gedenkstein für die Toten der Kirchengemeinde Mühlhausen gesetzt werden. Nach der Straßenseite wird das Gelände wieder durch eine Feldsteinmauer und ein Tor begrenzt.

  

Inneneinrichtung

Im Jahr 2003 ließ die Propstei 14 Kirchenbänke herstellen, so dass die bis dahin genutzten alten Kinositze entfernt werden konnten. Die Mittel dafür spendete der Kirchenchor Weidenau bei Siegen. Die erforderlichen Sitzkissen wurden ebenfalls privat gespendet. Die Patengemeinde Großpösna (bei Leipzig) der seit 1999 in Mühlhausen bestehenden Kirchengemeinde (>>> Die neue Kirchengemeinde) hatte schon einen Altartisch und andere für die gottesdienstliche Nutzung der Kirche erforderliche Gegenstände zur Verfügung gestellt.

  

Erneuerung von Stützpfeilern, Reparatur der Holztonne im Chor und Konservierung der darauf befindlichen Malerei

Im Jahr 2002 beantragte der Förderkreis beim BKM Mittel für die Wiederherstellung von vier der 1995 aufgemauerten Stützpfeiler, die der Witterung nicht mehr standhielten. Gleichzeitig sollte im Innern die inzwischen einsturzgefährdete Holztonnendecke des Chors gesichert und die wertvolle Malerei vom Ende des 17. Jahrhunderts konserviert werden. Die Tonnendecke war stark verzogen und drohte einzustürzen. Die Pfeiler wurden aus der 2003 gewährten Zuwendung im gleichen Jahr erneuert. Zur Sicherung der Decke dagegen konnten 2003 nur Vorarbeiten geleistet werden: Einzug eines Stahlankers, Abdichtung der Dächer von Chor und Sakristei sowie Einholung eines restauratorischen Gutachtens. Es hatte sich nämlich gezeigt, dass die Tonnenbretter nicht ohne Gefährdung der Malerei abgenommen werden konnten. Die Farbschicht drohte von den verspannten Brettern abzuplatzen, sie musste also vor der Abnahme fixiert werden. Diese Arbeit leisteten Restauratoren aus St. Petersburg im Jahr 2004 auf Grund einer Zusatzbewilligung, die gleichzeitig auch die äußerst schwierige Sanierung des gesamten halbverrotteten Tragewerks über der Holztonne ermöglichte. Die Bauleitung dieses Abschnitts, der wohl als der technisch schwierigste angesehen werden muss, lag wiederum bei dem Architekten Jurij Sabuga.

 

In diese Zeit fiel die Entdeckung der Farbdias, die im Jahr 1943 von der Deckenmalerei im Chor, von dem Wandbild „Das Jüngste Gericht“ im Bogen der Westwand und weiteren Malereien in der Kirche gemacht wurden (siehe >> Die Kirche >>> Reiche Ausstattung). Die Dias waren wichtige Vorlagen für die spätere Restaurierung der Malereien.

 

Treppe im Turm

Im Jahr 2005 wurde aus Spendenmitteln des Förderkreises im Kirchturm eine Holztreppe angelegt, gleichzeitig mit einer Plattform auf der Höhe der Glockenfenster, so dass von nun an Besucher die Aussicht von der hohen Warte aus genießen konnten. Desgleichen wurden die Holzdecke zwischen dem Erdgeschoss und dem Obergeschoss des Turms erneuert, bei dieser Arbeit Berge von Taubenmist beseitigt und im Dachstuhl einige statisch wichtige Balken repariert bzw. ergänzt. Mit dieser Maßnahme wurde auch das Erdgeschoss des Turms nutzbar gemacht, und es wurde ein sicherer Zugang zu den Dachstühlen von Langhaus, Chor und Turm geschaffen, die damit besser gewartet werden können. Die Bauleitung hierfür lag ebenfalls bei dem Architekten Jurij Sabuga.

War mit dem Ausblick vom Kirchturm ein neuer Anziehungspunkt für Besucher geschaffen, so erwies sich die Instandsetzung der Holztonnendecke im Chor sowie 2004 die Konservierung und 2005 die Restaurierung der darauf befindlichen Malerei als zusätzlicher Magnet.  

 

Die Restaurierung der Malerei auf der Holztonnendecke des Chors

im Jahr 2005 wurde ebenfalls aus Mitteln des BKM finanziert. Die baufachliche Leitung lag bei Architekt Jurij Sabuga, ausgeführt wurden die Arbeiten von Restauratoren aus Sankt Petersburg. Die Farbigkeit der alten Malerei kommt nun wieder voll zur Geltung, dominiert von dem frischen Blau und zusätzlich sichtbar gemacht durch die später installierte Beleuchtung (s. u.).

 

Verputzen der Innenwände, Elektroinstallation

Gegen Ende des Jahres 2006 wurden dieim Lauf der davorliegenden 60 Jahre stark ramponierten Innenwände verputzt, bei gleichzeitiger Installation von Elektroleitungen unter Putz sowie eines Sicherungskastens in der Sakristei und der erforderlichen Steckdosen. Das Wandbild vom „Jüngsten Gericht“ im Westbogen sowie die in der Südwestecke im unteren Teil vorgefundene Wandbemalung und ein in der Ostwand in Fensterhöhe noch vorhandener Rest von Malerei wurden freigelassen. Außerdem wurden die Fenstereinfassungen im Chor, die große Lücken zeigten, geschlossen. Finanzierung: BKM. Bauleitung: Jurij Sabuga.

 

Restaurierung des Wandgemäldes „Das Jüngste Gericht“

Im Jahr 2007 wurde die Wandmalerei „Das Jüngste Gericht“ im Westbogen der Kirche (Ende 15. Jahrhundert) mit Mitteln der „ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius“ restauriert. Ausführende waren die gleichen Petersburger Restauratoren, die auch die Deckenmalerei im Chor wiederhergestellt hatten. Die bauliche Leitung lag nach wie vor bei dem Architekten Jurij Sabuga. Bei den Arbeiten stellte sich heraus, dass die Malerei mehrfach, bis zu fünf Mal, übermalt worden war. Ferner fehlten, im Vergleich zu den Aufnahmen aus dem Jahr 1943, den in der obersten Reihe, im Himmel, sitzenden Figuren die Köpfe: Die Holzdecke ist heute um ca. 30 cm niedriger. Wie sich 2010, bei der Reparatur der Sparrenfüße auf der Nordseite (s. u.), herausstellte, hat sich der ganze Dachstuhl um dieses Maß gesenkt.

 

Verschiedene Arbeiten

Parallel zu der Restauration wurden verschiedene weitere Arbeiten durchgeführt: Das die Kirche umgebende Gelände wurde genau vermessen, ein Gutachten über die Möglichkeiten einer Drainage erstellt und eine Unterwasserpumpe im Keller der Sakristei eingesetzt. Dabei wurde festgestellt, dass der Sakristeikeller, der häufig unter Wasser steht, Grundwasser anzieht. Im Kirchturm wurden eine Treppenbeleuchtung installiert, Balken im windgefährdeten Dachstuhl ersetzt und die Abdichtungen gegen Regenwasser verbessert. Ferner wurde zwischen Langhaus und Turm im Erdgeschoss eine feuerhemmende Tür eingesetzt. Finanzierung: BKM, Bauleitung: Jurij Sabuga.

 

Hydrogeologische Untersuchungen

Da es für möglich gehalten wurde, dass im Mauerwerk der Kirche Grundwasser aufsteigt, wurde ein Spezialinstitut im Jahr 2008 mit einer hydrogeologischen Untersuchung beauftragt: An fünf Stellen westlich, nördlich und östlich der Kirche wurden Bohrungen ausgeführt, um monatlich, bis ins Jahr 2009 hinein, den Grundwasserspiegel zu erfassen. Ferner wurde das Mauerfundament mittels sechs Grabungen rings um das Gebäude freigelegt, um jeweils Beschaffenheit und Tiefe des Fundaments sowie den Pegel des Grundwassers festzustellen. Die Untersuchung ergab, dass das Mauerwerk durch Grundwasser nur an der Nordost-Ecke, durch die (ca. 100 Jahre alten) Ziegelfundamente des Sakristeikellers und des Heizungskellers, beeinträchtigt wird. Eine Ringdrainage ist somit nicht erforderlich. Finanzierung: BKM. Technische Ausführung: LenTISIs GmbH, Königsberg. Bewertung: Jurij Sabuga.

 

Erneuerung der gesamten Dacheindeckung

Bereits seit etwa dem Jahr 2000 wurde bemerkt, dass das Dach auf der Nordseite des Langhauses undicht war. Die Durchlässigkeit nahm zu, besonders im Bereich der Vorbauten wie auch an der Turmwand. Der um eine Begutachtung gebetene Dachdeckermeister Heinz Hohmeister, der die Kirche und die Verhältnisse in der „Kaliningradskaja Oblast“ gut kennt, stellte folgende Mängel fest: Die Lattung war zu weit, die Überdeckung der Biberschwänze daher zu gering, die Ziegel häufig auch nicht im Verband gedeckt, so dass Wasser durch die Fugen eindringen konnte. Dies beruhte auch darauf, dass Ziegel mit unterschiedlichen Maßen verwendet worden waren, die von mehreren alten Gebäuden stammten. Die zunehmende Moosbildung auf den alten Ziegeln führte vielerorts zum Wasserrückstau. Desgleichen drang Stauwasser im Bereich der Kehlen zu den Vorbauten durch. Diese Arbeiten waren ebenso wie die Anschlüsse zur Turmwand, nicht fachgerecht ausgeführt.   

Auf Grund dieser Empfehlungen und zur Vermeidung weiterer Schäden wurden in den Jahren 2010 bis 2012 mittels Zuwendungen des BKM sämtliche Dacheindeckungen (d. i. von Langhaus, Chor, Anbauten und Turm) erneuert: Ziegeldecken mit neuen Biberschwänzen deutscher Produktion (am Ort werden keine Ziegel von ausreichender Qualität hergestellt), Wandanschlüsse und Kehlen neu gefertigt, die Firste neu gesetzt.  Gleichzeitig wurde der auf der Mauerkrone aufliegende Teil des Dachstuhls, der sich bei Öffnung des Dachs weitgehend verrottet zeigte und entsprechend abgesenkt hatte, durch Anstücken und Schienung stabilisiert. Die auf der Bretterlage aufgebrachte doppelte Dachpappenlage wurde durch eine moderne Unterspannbahn ersetzt, die gesamte Lattung erneuert. Auf Dachrinnen wurde verzichtet, weil sie nicht gewartet werden können. Früher gab es sie auch nicht. Die Biberschwänze wurden zur Sturmsicherung weithin mit Klammern befestigt, insbesondere in Turmnähe, wo schon wiederholt Lücken entstanden waren. Entlang der Firste wurden die oberen Ziegelreihen mit Spezialkleber befestigt. Um die Jahreswende 2011/2012 waren wieder orkanartige Stürme aufgetreten.

Gleichzeitig wurden die Wände der Nordostecke des Chors trockengelegt. Dort war durch die unter das Niveau der Feldsteinfundamente reichenden Ziegelfundamente, die aus neuerer Zeit stammen, Grundwasser aufgestiegen. Eine waagerechte Feuchtigkeitssperre in den Ziegelwänden des Sakristeikellers löste das Problem.

Bauleitung und denkmalpflegerische Aufsicht lagen wie bisher in den bewährten Händen des Architekten Jurij Sabuga.

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