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Mittwoch, 28. Juni 2017

Zeittafel

Um 1350

Gründung des Dorfs Mühlhausen als deutsche Siedlung inmitten des von Preußen bewohnten Gebiets.

 

 

Bald danach Bau der Kirche, die zunächst nur aus Langhaus, Chor und Sakristei besteht; die Kirche wird der heiligen Anna geweiht.

 

1372

Dorf und Mühle erstmals urkundlich erwähnt.

 

1414

Mühlhausen wird als eine der vier „kleinen Städte“ Natangens zusammen mit Landsberg, Zinten und Kreuzburg, aufgeführt.

 

1414 und

1454 bis 1466

Poleneinfall und Ständekrieg bringen schwere Schäden mit sich.

1468

Der Deutsche Orden als Landesherr verpfändet das Dorf seinem Söld­nerführer Daniel von Kunheim mit der Folge, daß die Zinsen nun an ihn zu zahlen sind.

 

1474

Übergang in den festen Besitz Kunheims, der gleichzeitig das Gut Knauten erhält, mit dessen Besitz fortan das Patronat über die Kirche Mühlhausen verbunden ist.

 

1492

Daniel Kunheim erlangt in Rom einen Ablaßbrief für die Kirche, so daß diese zur Wallfahrtskirche wird. Mit den Einnahmen wird das Gebäude instandgesetzt, und

 

um 1500

der Turm hinzugebaut.

 

1525

Umwandlung des Ordensstaats in ein weltliches Herzogtum. Georg von Kunheim d. Ä., Sohn Daniels, ist Berater des jungen Herzogs Albrecht und trägt somit wesentlich auch zur Einführung der Reformation im ganzen „herzoglichen“ Preußen bei..

 

1555

Hochzeit Georg von Kunheims d. J. mit Margarete Luther, der jüngsten Tochter des Reformators, die damit Patronin dieser Kirche wird.

 

1545 bis 1589

Caspar Hennenberger Pfarrer in Mühlhausen. Er bringt die erste Land­karte des gesamten Preußenlandes heraus, daneben viele Schriften zur Landeskunde Preußens.

 

1623

Ausbau der Sakristei und Neubau der Eingangshalle. Beide erhalten Renaissance-Giebel.

 

1647

Der Besitz Knautens und Mühlhausens geht an die Familie von Kalckstein über.

 

1672

Der Große Kurfürst als Landesherr (Preußen war durch Erbfolge an das Haus Brandenburg gefallen) läßt Christian Ludwig von Kalckstein, der sich dem Machtanspruch Berlins widersetzte, hinrichten.

 

1693 bis 1698

Reiche Ausstattung der Kirche durch den Holzbildhauer Isaac Riga und den Maler Gottfried Hinz, Königsberg. Das Gebäude wird die “schönste Dorfkirche Natangens“.

 

1807 bis 1813

Plünderungen der Kirche während der napoleonischen Kriege.

 

1811

In Mühlhausen wird ein Lehrerseminar eingerichtet. Es wird 1834 nach Pr. Eylau verlegt.

 

1839 und 1907

Umfassende Renovierungen der Kirche.

 

1945

Das Kirchspiel Mühlhausen besteht aus den Schulorten Mühlhausen, Knauten, Romitten und Vierzighuben sowie den Gütern und Vorwerken Karlshof, Louisenthal, Rodeland, Schultitten, Schwellienen und Storkeim.

Mühlhausen zählt etwa 700 Einwohner, verfügt über Schule, Mühle, Molkerei, zwei Gasthöfe, Läden und Handwerker und ist darüber hinaus Zentrum  eines eigenen Amtsbezirks (Standesamt).

 

1945 bis 1948

Zunächst Flucht der meisten Einwohner, Einrücken der Roten Armee am 29.01.1945. Mühlhausen wird Zentrum einer Militär-Sowchose, die Kirche wird Speichergebäude. Die Innenausstattung wird verheizt bzw. weggeschafft. Die Sowjetregierung gibt der Siedlung den Namen „Gwardejskoje“. 1948 Abschiebung der letzten überlebenden Deutschen in die sowjetisch besetzte Zone Deutschlands.

 

Bis Beginn der 90er Jahre

Die Kirche dient als Sowchos-Speicher.

 

1992

Die Kirche wird der evangelisch-lutherischen Kirche in Rußland „zur Instandsetzung sowie zur Nutzung für kultische Zwecke“ übertragen.

 

1993 bis 1996

Haupt- Instandsetzung, vor allem der Dächer, der Stützpfeiler und der Eingangshalle. In den Folgejahren laufend weitere Instandsetzungen und Nachbesserungen.

 

1999

Gründung einer ev.-luth. Gemeinde in Mühlhausen/Gwardejskoje

 

 

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre „Kirche Mühlhausen“.

 

Ortsnamen

deutsch                    russisch                             deutsch                    russisch

Mühlhausen              Gwardejskoje                    Knauten                   Prudki

Preußisch Eylau       Bagrationowsk                  Zinten                       Kornjewo    

Kreuzburg                Slawskoje                          Romitten                  Slawianowka

Vierzighuben            Tambowskoje                    Karlshof                   Tambowskoje

Louisenthal              zu Gwardejskoje               Schultitten                Strelnja        

Rodeland                 zu Gwardejskoje               Storkeim                   Gromowo

Schwellienen            Soldatskoje                      

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